Fonds im Fitness-Check 2017: Auf- oder Abstieg?

Bevor die Saison 2017/18 angepfiffen wird, geht’s zum jährlichen Fitness-Check – auch im Allianz TopFonds-Universum. Geprüft wird, ob die Qualität stimmt und welche Zukunftschancen die Fonds haben..

Die beste Nachricht zuerst: Das Fondsangebot hat auch 2016 die hohen ­Ansprüche über­wiegend erfüllt. Einige wenige Änderungen sind jedoch erforder­lich, damit die Aufstellung im Allianz TopFonds-Universum auch weiterhin dem Qualitäts­anspruch gerecht wird.


Aufstellung überprüft: Nach einem Jahr unter Beobachtung und ohne Tendenz zur Besserung zieht das Expertenteam der Allianz 2017 die ­Konsequenz: Sowohl der BlackRock GF Global Small Cap als auch der ­Carmignac Investisse­ment werden ab Juli 2017 im Neu­geschäft nicht mehr zur Auswahl angeboten. Darüber hinaus müssen weitere vier Fonds die Liga ver­lassen und stehen somit nicht mehr für das Neugeschäft zur Verfügung. Vor allem im Bereich Aktien Europa wird die Aufstellung auf die Besten fokussiert.


Neu im Team: Nach Abschluss des jährlichen Fitness-Checks steht auch fest: Ins Allianz TopFonds-Universum haben es insgesamt drei Fonds geschafft – ein Aktienfonds von Robeco und zwei Rentenfonds von PIMCO. Sie ersetzen Fonds, die aus dem Angebot genommen werden, oder stellen für das jeweilige Segment eine sinnvolle Ergänzung dar.

 

Fonds im Fitness-Check 2017: Auf- oder Abstieg? Das Umfeld für die Spieler

 

Rückblick Aktien 2016: Starke Schwankungen – positive Jahresergebnisse

Wer die Indexstände der führenden Aktienindizes zu Beginn und zum Ende des Jahres vergleicht, sieht fast durchweg positive Ergebnisse. Ein gutes Jahr, könnte man also sagen, doch diese Momentaufnahmen werden ­dem bewegten Marktumfeld 2016 nicht gerecht. Be­sonders der turbulente Jahresbeginn stellte Portfolio­manager auf eine harte Probe. Sorgen um die wirtschaft­liche Entwicklung in China, ein niedriger Ölpreis und die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed führten zu kräftigen Kursverlusten an den internationalen Börsen. Mitte Februar hellte sich dann die Stimmung der Anleger langsam auf. Neben steigenden Ölpreisen war dafür vor allem die weiterhin expansive Geldpolitik der EZB verantwortlich: Die Notenbanker setzen den Leitzins auf null Prozent und weiteten das Kauf­­pro­gramm auf Unternehmensanleihen aus. Im Juni belastete der Brexit die Märkte kurzfristig nochmals. Erst nach der Wahl Trumps zum 45. US-Präsidenten im ­November begann die Jahresendrally an den Aktienmärkten.

 

Rückblick Renten 2016: Breite weltweite Aufstellung bevorzugt

Niedrige Zinsen bleiben in Europa ein Thema. Eine Änderung der Strategie der EZB ist auch für 2017 nicht absehbar. Allerdings wird in den USA die Umkehr eingeleitet, und die Zinsen beginnen leicht zu steigen. Daher richten wir ein Augenmerk besonders auf global anlegende Rentenfonds, die unterschiedliche regionale Trends nutzen und in eine große Bandbreite von Anlageklassen wie Unternehmensanleihen, Pfandbriefe oder auch Hochzinsanleihen investieren können. Diversifikation ist zwar kein absoluter Schutz vor Verlusten. Eine Anlage in einem globalen An­leihenportfolio mit breiter Streuung über Länder, Industriesektoren und Währungen kann aber dabei helfen, Risiken zu reduzieren und Kapital zu erhalten. Aktiv gemanagte, flexible Strategien können auf vielfältige Renditequellen zurückgreifen und in höher rentierliche Länder investieren – ein entscheidender Vorteil in Anbetracht der divergierenden Konjunkturzyklen und Notenbank-maßnahmen.

 

Unter Beobachtung: Wiedervorlage 2018

Im Bereich der Mischfonds fiel der Ethna-Aktiv A durch seine sehr schwache Entwicklung 2016 auf. Ende 2015 / Anfang 2016 hat das Fondsmanagement auf Basis von Makrodaten die Aktienquote signifikant erhöht. Diese Maßnahme ließ den Ethna-Aktiv A das Jahr 2015 mit einer roten Null abschließen. Das erste Quartal 2016 war dann bis Mitte Februar durch hohe Kursrückgänge gekennzeichnet, wodurch sich das Fondsmanagement zu Verkäufen gezwungen sah, um die Verluste zu begrenzen. Diese vergleichsweise aggressive Positionierung zum Jahresbeginn wurde dem Fonds letztlich zum Verhängnis. Denn der bis dahin entstandene Rückstand in der Wertentwicklung des Fonds konnte im Verlauf des Jahres nicht mehr aufgeholt werden. Belastet hat auch, dass der Fonds zum Zeitpunkt der US-Präsidentschaftswahl sehr defensiv ausgerichtet war und somit nicht von der folgenden Jahresendrally profitieren konnte. Wir beobachten, inwieweit sich die künftige Ausrichtung der Strategie 2017 positiv auswirkt, und werden den Fonds 2018 erneut genau unter die Lupe nehmen.

Im Segment Aktien Global zeigte der Templeton Growth (Euro) A Acc Schwächen. Das Team setzt auf Aktien von Unternehmen, die aus seiner Sicht unterbewertet sind. In der Folge weicht die Zusammensetzung des Fondsvermögens vom Index MSCI World und von der Morningstar-Kategorie „Aktien weltweit Standardwerte Value“ ab. Der Fonds wird 2018 nochmals geprüft.